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  • Sam

#ChallengingTalents


Anhören statt lesen

Wie geht man damit um viele unterschiedliche Talente zu haben und man immer wieder gesagt bekommt, man muss sich für eins entscheiden!! Sich nur auf das eine konzentrieren, sonst wird es nichts!!

-> die gute Nachricht: Das müsst ihr nicht! Die Schlechte: Euer Leben wird wahrscheinlich etwas komplizierter als das von anderen.

Ich selbst hatte immer irgendwie das Gefühl ich kann alles, und wenn ich etwas nicht kann, dann lerne ich es einfach, aber Ich war nie in irgendeinem Fach die Beste. Da viel es mir schwer mich für eine Beruf zu entscheiden. Wie kann ich mich nur für eine Sache entscheiden, die ich den Rest meines Lebens machen soll. Das war für mich ein undenkbarer Gedanke. Aber die Gesellschaft gebot es mir, mich zu entscheiden. Und ich fügte mich, da mein persönlicher Finanzminister leider nicht so gut aufgestellt war, sah ich es tatsächlich für notwendig erst einmal einen Beruf zu erlernen bzw. zu studieren. Selbst hier versuchte ich aber zwei Interessen, nämlich Kunst und Mathematik zu kombinieren, indem ich Innenarchitektur wählte. Doch schon im Studium merkte ich, dass mir die Materie zwar Spaß macht, aber mein Herz nicht dafür brennt. Ein Professor sagte über mich: „Sie ist so kreativ und talentiert, aber sie macht nie etwas sinnvolles.“ Normal gibt es bei mir einfach nicht, auch damals schon.

Ich habe das Studium tatsächlich abgeschlossen, um ein erstes Standbein zu haben und drei Jahre Vollzeit bei einem Architekten gearbeitet. Ich habe aber mein Gehalt dafür verwendet mir meine Gesang, Tanz und Schauspiel Ausbildung zu finanzieren. Ich war sehr darauf versteift noch einmal zu studieren und dann sollte der Studiengang Musical sein. Dafür einen Studienplatz zu bekommen? Da ist ein sechser im Lotto wahrscheinlicher und das hat nichts mit Talent zu tun. Von meiner Audition Odyssee erzähle ich euch aber ein andermal.

Es hat zumindest dazu geführt, dass ich zunächst eine Ausbildung zur Ensembleleiterin Fachrichtung Musical gemacht habe, um dann durch einen Zufall an einer Privatschule genommen zu werden. Heute bin ich Musicaldarstellerin und setzte mit der Ausbildung zur Sprecherin noch einen Kurs oben drauf. Den Texter habe ich so nebenbei auch noch mitgenommen.

Und ja, alle diese Berufe habe ich vor auch auszuüben.

Dazu gehört irgendwo ein Organisationstalent. Alle diese Berufe können Projektweise „abgearbeitet“ werden. Kleinere Projekte können neben den Hauptaktionen, wie z.B. einem Musical nebenher laufen. Auch die Innenarchitektur kann Projektbezogen funktionieren, schließlich ist ein Raum/Haus auch irgendwann fertig.

Ihr seht also es ist machbar, seine unterschiedlichen Interessen in unterschiedlichen Berufen zu verankern und diese dann auch, vielleicht nicht gleichzeitig, aber abwechselnd auszuüben. Das ist zwar mit einem höheren Koordinationsaufwand verbunden, als wenn man nur sein Leben lang den selben Beruf ausübt, aber so wird es einem auch nie langweilig. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man wesentlich flexibler und breiter gefächert aufgestellt ist. Findet man in dem einen Beruf gerade kein Projekt, dann nimmt man einfach einen andern und irgendwann verlässt einen auch das Gefühl der Unsicherheit, denn irgendwas findet sich dann immer.

Und noch etwas positives möchte ich erwähnen, auch wenn ich mich jetzt vielleicht outte, ich habe keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Warum auch. Wenn ich einen Beruf, aus welchem Grund auch immer nicht mehr ausüben kann, dann mache ich einfach einen anderen.

Wie fangt ihr an?

Klar so ganz ohne Entscheidungen treffen geht es nicht, denn irgendwo müsst ihr ja anfangen. Ich kann euch nur raten, fangt entweder mit dem was ihr am leichtesten oder am schwersten erreichen könnt an. Das leichteste weil ihr von dem Startpunkt aus weiter aufbauen könnt. Schon mal Geld verdient und dieses dann in weitere Kurse investieren könnt. So hat es bei mir auch geklappt. Innenarchitektur war für mich leicht zu erreichen und ich habe es in der schnellstmöglichen Zeit einfach durchgezogen und damit dann meinen privat Unterricht finanziert.

Zu dem schwersten rate ich, weil, wenn ich zurückdenke dann wäre Musical, das am schwersten zu erreichende gewesen und hätte ich damals schon diese Entscheidung getroffen und alles auf diese eine Karte gesetzt, dann hätte das evtl. auch geklappt. Falls nicht hätte ich aber immer noch die Möglichkeit gehabt, etwas anderes zu studieren.

Behaltet aber nebenbei immer eure anderen Interessen im Auge. Macht ein Hobby daraus. Bleibt informiert und haltet Ausschau nach Türen die sich evtl. öffnen könnten. Schon werden aus einem Standbein plötzlich zwei oder drei und das Leben bleibt interessant.


Terminplanung am iMac, Projekt Koordination


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