top of page
  • Sam

Shalala lala


Anhören statt lesen

SOUNDTRACK OF MY LIFE PART 01 - 90’s KID

SHALALA LALA - VENGABOYS


Aufruhr im Dorf. Alle Kinder laufen hektisch durcheinander. Was ist passiert?

Zwei große furchteinflösende Bernhardiner Hunde laufen ohne Leine, ohne Herrchen mitten durch die kleine Siedlung. Niemand kannte die Hunde. Niemand wusste wem sie gehörten und niemand traute sich näher als zehn Meter an sie ran. Der Schaum tropfte ihnen aus dem Maul, sie waren wohl schon eine Weile unterwegs gewesen.

Ein kleines Mädchen, die Jüngste des Dorfes, hörte den Tumult der von der nächsten Straßenkreuzung kam. Sie sah wie die restlichen Kinder in einem großen Kreis um etwas herum standen, doch sie konnte noch nicht erkennen was es war. Weil ihr großer Bruder dabei stand, war sie neugierig und mischte sich dazwischen.

Was da vor ihr stand waren die größten Hunde, die sie je gesehen hat. Sie waren so groß, dass sie ihr direkt, ohne sich zu strecken in die Augen schauen konnten.

Die anderen Kinder diskutierten darüber wem diese Hunde wohl gehörten und was man jetzt mit ihnen machen sollte. Schließlich konnten sie ja nicht einfach weiter frei auf der Straße rumlaufen, nicht dass sie überfahren werden. Tanja hatte auch schon zwei Schnüre in der Hand, aber keiner traute sich an die Hunde ran. Sie hatten alle Angst.

Aber für das Mädchen sahen sie gar nicht furchteinflößend aus. Vielmehr wie riesige, knuddelige Teddybären und sie machten auch keinen Eindruck wegzulaufen, oder von den Kindern eingeschüchtert zu sein. Im Bauch des Mädchens wuchs immer mehr das Verlangen die Hunde knuddeln zu wollen. Sie sahen so flauschig aus. Da erinnerte sie sich an etwas und als alle anderen mit diskutieren abgelenkt waren, ging sie langsam auf die Hunde zu. Der eine von den beiden bemerkte das, hob den Kopf und blickte das Mädchen an. Er hatte so liebe Augen. Wie konnte man denn davor Angst haben. Die letzten paar Schritte und schon waren die kleinen Hände im Fell des Giganten verschwunden. Einmal gut durchkraulen schien dieser zu sagen, denn er wich keinen Zentimeter zurück.

Plötzlich bemerkten auch die anderen Kinder was das Mädchen da gerade machte. Ihr Bruder rief ihr zu vorsichtig zu sein, aber da antwortete sie mit dem Ernst einer Professorin: „Ihr dürft nur keine Angst zeigen, dann tun die nix!!“

Bernhadiner vor einem Haus mit Spielzeug

Vielleicht habt ihr es schon erraten, dieses kleine, furchtlose Mädchen war ich.

Ich hatte tatsächlich eine wunderschöne Kindheit. Aus diesem Grund ist mein erster Song im Soundtrack meines Lebens auch: (Achtung Ohrwurm Alarm.) MY HEART GOES SHALALA LA LA, SHALALA IN THE MORNING. Der erste Song von dem ich mir eine Single CD von meinem Taschengeld gekauft habe.

Der Titel passt auch wunderbar zu mir, da ich als Kind ständig und überall am singen war. Sogar der Schulunterricht konnte mich davon nicht abhalten und meine Lehrer mussten mich immer wieder ermahnen ruhig zu sein. Das legte sich erst in der Realschule, aber so ganz bin ich das nicht losgeworden. Ich ertappe mich auch heute noch manchmal, dass ich einfach vor mich hin summe oder singe. Macht ihr das auch?

Wir wohnten auf einem Bauernhof zur Untermiete. Unsere Vermieterin führte den Hof alleine und hatte deswegen nicht mehr viele Tiere, aber es gab genug, um jeden Tag ein neues Abenteuer zu finden. Es gab Hühner, Schweine, eine einzige Kuh, Katzen und zwei Hunde, eigentlich drei, aber die Schäferhündin Zenta war immer in ihrem Zwinger und durfte nicht mit uns, meinem Bruder und mir, spielen.

Es war immer ein Highlight wenn ich mit meinem Bruder und seinen Freunden mit laufen durfte. Da ich die jüngste im Dorf war und meine Klassenkamerad*innen alle wo anders wohnten, war ich oft alleine unterwegs, aber dass machte mir nichts aus ich hatte ja die Tiere. Trotzdem ging ich meinem Bruder doch ganz schön auf die Nerven, wenn ich mal wieder mit ihm mit wollte und es kam tatsächlich auch selten vor, dass er nein gesagt hat. Nur das mithalten war manchmal schwierig, waren meine Beine doch etwas kürzer.

Ich bin ein Scheidungskind. Und größten teils ohne Vater aufgewachsen. Shout Out für meine Mum die uns beide doch ganz gut hin bekommen hat. Sie hat sich auch mega ins Zeug gelegt mit uns irgendwelche Ausflüge zu machen. Wir hatten zwar nicht das Geld dafür in den Urlaub zu fahren, aber wir waren im Bauernmuseum, auf Westernreitturnieren, in kleineren Freizeitparks, in Tropfsteinhöhlen und später dann, als wir unser eigenes Pferd hatten, jedes Wochenende beim Ponyreiten. Mein Bruder wollte unbedingt Westernreiten lernen und meine Mum setzte alles in Bewegung unsere Wünsche irgendwie zu erfüllen. Es war gar nicht so leicht bei uns in der Gegend Ponys zu finden die Western eingeritten waren. Aber wir wurden fündig und an die Zeit im Stall denk ich gerne zurück. Wieder voll mit Abenteuer, Lager bauen, diesmal mit Ponys, und zusammensitzen am Feuer.

Dramatisch wurde es bei mir dann erst später, als ich älter wurde, aber dafür brauchen wir einen neuen Song. Shalalala passt da leider nicht mehr wirklich dazu.

Ach das Ende der Hunde Geschichte wollt ihr noch wissen?? Ja also Tanja hat die Schnüre als Leine verwendet und wir sind von Haus zu Haus marschiert und haben gefragt wem die Hunde gehörten. Irgendwann zwischen drin, wollten wir dann einen Abstecher zu unserem Lager machen und alle sind über den kleinen Bach gesprungen, nur mir war der noch zu breit. Sie wollten aber wegen mir keinen Umweg machen. Da hat Norbert gemeint „na setz dich doch drauf!“ Und schwups saß ich schon auf einem Bernhardiner und dieser stapfte einfach durch das Wasser. Auf der anderen Seite bin ich aber auch wieder ganz schnell runter. Das Ende Ende hab ich aber auch nicht mehr miterlebt, da es meine Zeit war nach Hause zu gehen. Es stellte sich aber heraus, dass die Hunde ins Nachbardorf gehörten und wohlbehalten zu ihren Herrchen zurückgebracht wurden.

1 Ansicht
bottom of page