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LIVE-STREAMING STARTERGUIDE

„Die/der quatscht oder spielt doch nur!! Das ist doch keine Arbeit!!“ Das ist eine Aussage die so manche Streamer*innen schon öfter gehört bzw. im Chat gelesen haben. Aber diese Aussage könnte falscher nicht sein. Jemand der sich ernsthaft Gedanken darüber macht mit dem Streamen anzufangen, muss sich zum Producer*in, Performer*in, Geschäftsmann*frau, Designer*in, Buchhalter*in, Vertragsunterhändler*in, Agent*in, Community Manager*in, Markt Analyst*in und Techniker*in weiterentwickeln und dass am besten gleichzeitig. Kein Wunder, dass sich viele davon überfordert fühlen und gar nicht so weit kommen. Aber keine Angst es gibt genügend Content Creator*innen die genau an demselben Punkt standen wie ihr. Nämlich am Anfang. Es hat ebenfalls etwas gutes nicht gleich als Profi zu starten, denn dann hat man die Chance zusammen mit seiner Community und seiner Idee zu wachsen und alles entstehen zu lassen, wie es dir gefällt. Wichtig ist nur, dass man alle Thematiken im Auge behält und sich damit befasst bevor man sie wirklich braucht. In den folgenden Artikeln werden wir jedes Thema kurz zusammenfassen, so dass ihr am Ende eine Liste in der Hand habt die Ihr abarbeiten und ihr sorglos in den ersten Stream starten könnt.


You got this steht mit Kreide auf der Straße geschrieben
 

Konzept / Idee

Bevor man den „geh jetzt live“ Button drückt sollte man schon zumindest im groben wissen was man seinen Zuschauern*innen zeigen möchte. Natürlich gibt es hier, wie bei jeder Kunstform die Supertalente die den Knopf drücken, drauf los sprechen und die Menschen in ihren Bann ziehen, aber selbst dieses Supertalent wird sich vor dem Stream einmal hingesetzt haben und sich die Frage gestellt haben: „Was machen wir heute?“ Es gibt unterschiedliche Grundmotivationen, die man haben kann, um mit dem Streamen zu beginnen. Sich derer im klaren zu sein kann helfen wie man sein Konzept aufbaut.


SOZIALE INTERAKTION

Einige starten den Livestream aus dem einzigen Grund heraus neue Leute kennen zu lernen, oder mit altbekannten Freunden wieder in Verbindung zu treten. Es ist erstaunlich wie viele Streamer*innen sich selbst als introvertiert bezeichnen und durch den Stream gelernt haben sich anderen zu öffnen. Weil sie sich vor dem live gehen gedanklich darauf eingestellt haben, „ich interagiere jetzt mit wildfremden Menschen“ und trotzdem sich in ihrem geschützten Umfeld, nämlich ihr eigenes Zuhause, befinden und so ihre Scheu verlieren. Die Grundlage gemeinsamer Interessen, sei es das Game das man ausgesucht hat, oder das Cosplay an dem gearbeitet wird, bringt hier einen großen Vorteil. Streamer*innen können sich sicher sein, dass die Menschen die sie ausgewählt haben an dem interessiert sind was sie gerade machen und das ist ein großartiges Fundament für Konversation


VERSTÄRKEN EIGENER EMPFINDUNGEN

Es ist eindeutig, dass wenn man etwas vor live Publikum macht, oder präsentiert dabei Prozesse im Gehirn stattfinden, die Endorphine und Adrenalin freisetzen. Da ist es kein Wunder, dass manche Content Creator*innen sagen sie sind süchtig nach streamen, weil z.B. das Spielen ohne Kamera den Nervenkitzel verloren hat. Aber im Grunde genommen alles was man vor „Zeugen“ macht bekommt eine größere Bedeutung. Und sei es einen Acker umzupflügen und sich mit seinen Zuschauer*innen über den Sinn des Lebens zu unterhalten.


KREATIVITÄT UND PERFORMANCE

Die Hauptmotivation kann auch die reine Kreativität sein. Der Gedanke ein Programm zu erstellen das Menschen glücklich macht, emotional berührt oder auf irgendeine andere weise entertaint. Für diese Art von Creator*innen ist jeder Stream eine Show und der Inhalt ist des Entertainment untertan. Das Hauptziel ist es kreativ zu sein und dies in die Welt hinaus zu tragen. Etwas zu schaffen das einen kreativen Wert hat, oder auch nur um Menschen für ein paar Stunden aus ihrer Realität zu entführen. Entertainment und Performance steht an erster Stelle.


PROFESSIONELLE BESTREBUNGEN

Einem Hobby den nächsten Schritt zur Professionalität zu verleihen. Die Aus- sicht dieses Hobby sogar durch das Streamen zu finanzieren. Den Heiligen Gral finden und seinen Tagesjob kündigen zu können. Sein Hobby zum Beruf zu machen, kann ein großartiger Motivator sein. Aber Vorsicht ist geboten, dass man nicht dem Überflieger zum Opfer fällt und zu früh, zu viel von sich abverlangt und sich unter Druck setzt. Der Spaß am Hobby oder am streamen selbst sollte nicht verloren gehen.


BERUFLICHE ERWARTUNGEN

Ein sehr kleiner Teil an Creator*innen streamt schlicht und ergreifend aus dem Grund weil es beruflich von Ihnen erwartet wird. Das betrifft hauptsächlich Menschen die in eSports tätig sind, aber auch von Spieleentwicklern*innen wird immer häufiger verlangt, dass sie Ihr Produkt live präsentieren. Das Streamen bietet ihnen eine einfache Art mit ihren Fans in Kontakt zu treten Q&A‘s abzuhalten und direktes Feedback der Community zu sammeln. Werbepartner haben das Livestreaming auch für sich entdeckt so zeigt der gesponserte Spieler*innen das Werbebanner nicht nur im jeweiligen Turnier oder dem Spiel selbst sondern auch noch zusätzlich in Streams zu tausenden von Menschen. Streamen lässt sich wunderbar für Promotion Zwecke verwenden.

Ist man sich darüber im klaren Warum? man streamen möchte kommt die Frage Was? man streamen möchte. Hier kann man sich entweder von seinen eigenen Hobbys inspirieren lassen, was die meisten tun, oder einfach mal durch die unterschiedlichen Kategorien von Twitch scrollen und nachsehen was es schon alles gibt. Wenn man von Anfang an einen USP (Unique Selling Point) hat ist das prima. Man kann aber auch schauen ob sich der USP erst mit dem streamen heraus kristallisiert. Allgemein kann man sagen, dass so wie sich ein Mensch im Leben weiter entwickelt, so kann sich auch ein Streamingkonzept oder Idee im laufe der Zeit verändern.

 

HARDWARE/ SOFTWARE

Steht das Konzept geht es an die Umsetzung. Je nach Idee sind die Anforderungen an Hard- und Software unterschiedlich. Es gibt unzählige Blogs, Zeitungsartikel und Tests, YouTube Video Guides und Technik Streams die sich alleine damit befassen welche Technik man am besten verwendet, um seinen Zuschauer*innen eine gute Qualität zu bieten. Klar wenn man nur eine Talkrunde mit seiner Community plant, kann man das auch nur mithilfe eines Smartphones machen, aber wie gesagt es kommt ganz darauf an was man streamen möchte. Ein Tip am Rande. Wenn man einen Streamer/ eine Streamerin findet der/die ungefähr etwas ähnliches macht wie man selbst und dessen Qualität gefällt, dann könnte man sich überlegen dessen Equipment erstmal zu übernehmen. Die Info welche Technik Streamer*innen verwenden findet man meistens unter dem INFO Tab auf dessen Kanal-Seite. Von dem Punkt aus kann man dann schauen was für einen selbst funktioniert und weiter darauf aufbauen.

 

CORPORATE IDENTITY

Abstrakte Formen in Neonlicht

Als Streamer*in gründet man eine Marke für sich selbst und dies sollte sich auch Plattform übergreifend zumindest Grafisch widerspiegeln. Die Auswahl eines Sreamnamen oder Nickname für sich selbst spielt hier die größte Rolle, denn diesen sollte man nicht alle zwei Wochen ändern, weil er nicht mehr gefällt. Ein Rebranding nach einer neuen USP Idee ist natürlich immer möglich. Der Name sollte Streamer*innen als Person widerspiegeln, oder den Content der präsentiert wird. Er sollte für die Follower leicht verständlich sein und im Kopf bleiben. Es ist evtl. auch sinnvoll diesen Namen in unterschiedliche Suchmaschinen einzugeben und zu schauen ob er schon von anderen Creator*innen auf unterschiedlichen Plattformen verwendet wird. Schließlich ist es gut wenn man in verschiedenen social Media Netzwerken unter dem selben Namen gefunden wird und man dort ankündigen kann, wann welche Streams stattfinden. Hat man sich für einen Namen entschieden kann man für den Anfang ein schlichtes, einfaches Profilfoto verwenden. Möchte man einen Schritt weiter gehen lohnt es sich evtl. auf die Expertise von Grafikdesigner*innen zurück zu greifen, um sich ein Logo entwerfen zu lassen. Dieses Logo wiederum könnte als Grundlage für ein Streamoverlay (die Rahmen und Grafiken die man bei vielen Streamern*innen während des Talkbildschirms sieht) und für die ersten Kanaleigenen Emotes dienen. Vorausgesetzt man möchte ein solches Overlay verwenden. Gronkh hat zum Beispiel ein sehr aufwendiges buntes Overlay, wogegen RoyalPhunk gar keines verwendet. Beide Konzepte funktionieren gleichermaßen.

 

RECHTLICHES, LIZENZEN, STEUERN

Ja der rechtiliche Aspekt ist ein sehr trockenes Thema, aber leider sehr wichtig. Schließlich möchte man nach seinem ersten Livestream nicht gleich gebannt werden.


COMMUNITY GUIDELINES

Erste Anlaufstelle sind zunächst die Community Guidelines von Twitch. Es ist sehr wichtig diese gut durchzulesen und sich zu merken was man darf und was nicht, vor allem was nicht. So wird z. B. deutlich darauf hingewiesen, dass alle lokalen, nationalen und internationalen Gesetze gelten und man weder daran beteiligt, noch Verstoße zeigen oder gar dazu auffordern darf. Außerdem wird sehr ins Detail gegangen, dass Twitch eine von hasserfülltem Verhalten freie Zone ist. Hasserfülltes Verhalten schließt hier jede vorm von Diskriminierung, Beleidigung, Belästigung und Gewalt (gegen andere und auch sich selbst) mit ein. Es wird auch ausdrücklich verboten sich als eine andere Person auszugeben und besonders nicht als Twitch Mitarbeiter*in, dann wird der Kanal mit sofortiger Wirkung dauerhaft gesperrt und alle zugehörigen Inhalte gelöscht. Das umgehen einer solchen Sperrung durch das Erstellen eines neuen Kontos führt zu erneuter Sperrung und alle Chancen sein Ursprungskonto wieder zurück zu erhalten sind dahin. Das wohl wichtigste mit dem man sich in diesen Richtlinien befassen muss sind die Rechte des geistigen Eigentums. Darunter fällt nicht nur Musik (diese Diskussion ist weithin bekannt und darauf wird im folgenden Absatz noch einmaleingegangen) sondern auch die Inhalte von anderen Twitch-Creatorn, Inhalte von Webseiten wie z B. Youtube, Filme, Fernsehsendungen oder Sportübertragungen. Bevor man plant einen ganzen Stream damit zu verbringen auf anderer Leute Content zu reagieren, sollte man sicher gehen, dass man das auch darf. Ein Verstoß führt zwar nicht gleich zur Vollsperrung, aber es sollte zu jeder Zeit vermieden werden einen Strike zu bekommen. Diese super Kurzzusammenfassung erspart dir leider nicht die Richtlinien in seiner Gänze durchzulesen, diese werden regelmäßig aktualisiert und es ist wichtig sich hier auf dem Laufenden zu halten. Die Guidelines findet man auf der Twitch Webseite unter: https://www.twitch.tv/p/ de-de/legal/community-guidelines/


MUSIK LIZENZEN

Jetzt noch einmal zum Thema Musik. Einen professionellen Stream macht aus das er seine Talkrunden mit Musik untermalt. Es ist einfach schöner und erzeugt eine Atmosphäre die insgesamt ansprechender ist. Ausserdem kann man die Stimmung des Publikums mit Hilfe von verschiedenen Musik Genres leicht beeinflussen. Aber Achtung, wie bereits erwähnt ist allein die Verwendung von lizenzfreier Musik erlaubt, oder aber solcher von der man die Lizenz erworben hat (das kann aber manchmal trotzdem zu einem Claim führen und man muss dann erst die Lizenz vorlegen, um diesen wieder los zu werden). Inzwischen gibt es unterschiedliche Plattformen, die sich darauf spezialisiert haben lizenzfreie Musik speziell für Streamer*innen und Contet-Creator*innen zur Verfügung zu stellen. Und das auch noch in vorgefertigten Playlists. Einfach mal bei Google "Lizenzfreie Musik" eingeben, dann wird man ganz schnell fündig.


RUNDFUNKLIZENZ

Ist man über die ersten Hürden hinausgekommen, hat inzwischen ein festes Streamkonzept und sogar einen Streamzeitplan, kann es sein dass man eine Rundfunklizenz benötigt. Obwohl die Überarbeitung des Medienstaatsvertrags am 07.11.2020 in Kraft getreten ist, gibt es noch immer keine hundertprozentige Lösung wie Livestreams behandelt werden. Die genauen Regeln werden sowieso von den Ländern selbst festgelegt. Die Internetseite der Landesmedienanstalt-Bayern (LMA-B) gibt zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels keine näheren Auskünfte, wegen Überarbeitung. Die gemeinsame LMA von Berlin, Hamburg, Brandenburg und Schleswig-Holstein ist hier einen Schritt weiter. Sie gibt den Streamer*innen eine Checkliste an die Hand, die man wie folgt zusammenfassen kann. Man braucht eine Rundfunklizenz wenn man: 1. ein journalistisch-redaktionell gestaltetes Angebot kreiert. (Hier zählt schon der Einsatz von mehreren Kameras, Auswahl von Bild- ausschnitten mittels Zooms und Schwenks oder eine Kommentierung des Geschehens),

2. einen festen Sendeplan hat. Also regelmäßig an einem festen Tag, oder häufig mehrmals die Woche streamt. Aber es zählt auch, wenn man seine Community auf unterschiedlichen social Media Plattformen wissen lässt, wann der nächste Stream stattfindet.

3. die Möglichkeit hat, mindestens 500 Zuschauer*innen gleichzeitig zu erreichen. Dabei spielt es keine Rolle wieviele Zuschauer*innen der Stream tatsächlich hat. Es reicht allein, dass die Möglichkeit besteht. Da man auf Twitch nicht sagen kann, ich will nicht mehr wie 500 Zuschauer*innen, ist dieser Punkt immer erfüllt.

Bisher sind aber lediglich große Streamer*innen wie z.B. Gronkh und die PietSmiets dazu aufgefordert worden eine Rundfunklizenz vorzulegen. Es lohnt sich aber dieses Thema im Auge zu behalten, um schnell reagieren zu können, wenn sich die Regelungen ändern. Am besten auf den Internetseiten der jeweils zuständigen Landesmedienanstalt. Dort kann man auch jederzeit nachfragen, ob man schon eine Lizenz braucht oder nicht.


Das gesamte Bild ist mit alten aufgeschlagenen Büchern ausgefüllt

STEUERN

Ja man muss in Deutschland auf seine Donations Steuern zahlen, denn es sind Streameinnahmen und keine Spenden für den guten Zweck. Je früher man sich mit diesem Thema auseinandersetzt desto besser. Ein Beratungsgespräch mit einem/einer Steuerberater*in, der/die vielleicht sogar auf Content Creator*innen spezialisiert ist, kann einem Neuling manchen Fehler ersparen. Aber grundsätzlich muss man als Streamer*in ein Gewerbe und sich beim Finanzamt anmelden. Das geht meistens schnell und schmerzlos. Sobald man in das Twitch Affiliate-Programm aufgenommen wurde sollte man es spätestens den Ämtern melden. Wer sich jetzt noch fragt Gewerbe oder Freiberuflich? Zum Streamen braucht man ein Gewerbe, da der Streamer nicht in der Liste für die freien Berufe eingetragen ist. Und dann kommt das penible dokumentieren jedweder Einnahmen. Denn Fakt ist: alle Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit sind ab dem ersten Cent einkommensteuerpflichtig. Zu diesen Einnahmen zählen nicht nur Affiliate-Umsätze oder Abonnement-Erträge sondern, wie bereits erwähnt, sämtliche Spenden der Zuschauer*innen. Für diese Buchhaltung gibt es hilfreiche Apps fürs Smartphone oder PC und evtl. die Eröffnung eines separaten Kontos ist sinnvoll. Der erste Rat den Gronkh neuen Streamern*innen gibt ist: „Wenn es irgendwie geht hol dir von Anfang an einen Steuerberater!“ Und damit hat er Recht, denn Steuernachzahlungen sind bitter und macht keiner gern.

 

MIT TWITCH GELD VERDIENEN

Jetzt zurück zu den schöneren Themen. Wie kann man mit Twitch Geld verdienen? Man sollte von Anfang an dafür sorgen, dass die Möglichkeit für Zuschauer*innen besteht den Channel finanziell zu unterstützen, wenn sie das wollen. Das schlimmste wäre ja wenn man im Chat gefragt wird: „Wie kann man dich unterstützen“, dass man dann antworten muss „äh ich weiß nicht?“ Man muss ja nicht in jedem Satz erwähnen „bitte spendet oder subscribt“ aber es ist doch schön wenn man für die Zeit und Energie die man aufwendet guten Kontent zu produzieren etwas zurück zu bekommen. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.


AFFILIATE-LINKS

Was man machen kann bevor man im Twitch-Affiliate-Programm aufgenommen wurde ist, mit Affiliate-Links zu arbeiten. Das sind in der Regel Produktempfehlungen wie z.B. das Headset das man verwendet und dann der Hinweis, auf einen Link, über den die Zuschauer*innen dieses kaufen können. Hierfür braucht man natürlich eine Partnerschaft mit den verlinkten Shoplattformen, wie Amazon oder eBay. Aber Achtung die Affilliate-Links müssen auch deutlich, als solche gekennzeichnet sein. Für die Zuschauer*innen/Käufer*innen entsteht kein Nachteil, nur die Vermittler*innen, in dem Fall die Streamer*innen, werden am Gewinn prozentual beteiligt.


SPENDEN/DONATIONS

Ebenfalls von Tag eins an, kannst du über Spenden, im Streamerdeutsch Donations genannt, willkürlich unterstützt werden. Diese laufen meistens über Paypal und eine Streamingsoftware wie Tipee oder Streamlabs. Die Summe von Spenden ist absolut willkürlich und hängt alleine vom Wohlwollen der Zuschauer*innen ab. Ausserdem handelt es sich um Einmalzahlungen und kein monatliches Abo. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass es zu PayPal Chargebacks kommen kann. Das bedeutet, dass Zuschauer*innen über PayPal gespendet haben, es dann aber wieder zurück fordern. Wenn die Rückforderung von PayPal genehmigt wurde, wird den Streamer*innen nicht nur der Betrag wieder abgebucht, sondern auch noch eine Bearbeitungsgebühr. Dadurch wird eine Spende über die sich die Creator*innen im Stream noch gefreut haben zu einer Rechnung. Es passiert zwar äusserst selten, aber es passiert und ist wohl ein Grund warum manche Streamer*innen keine direkt Spenden akzeptieren und lieber alles über Twitch abwickeln.



TWITCH-AFILLIATE- PROGRAMM

Auf einem iPhone wird das twitch logo angezeigt

Die einfachste Form auf Twitch Einkommen zu generieren ist, im Twitch-Affiliate-Programm aufgenommen zu werden. Dafür musst du folgende Anforderungen erfüllen (Stand Aug2021):

  • Mindestens 50 Follower

  • In den letzen 30 Tagen mindestens 500 Minuten Streamzeit, an sieben einzelnen Tagen

  • Mindestens drei oder mehr Zuschauer gleichzeitig

Diese Anforderungen sind mit einer guten Streamidee, einem sympathischen Auftreten, dem mobilisieren von Freunden und Verwandten gut zu erreichen. Follower bedeutet als Zuschauer*in sich einen Stream zu markieren und noch nicht kosenpflichtig zu abonnieren. Hat man alle drei Punkte erfüllt, bekommt man eine Einladung zum Affiliate-Programm per Mail. Ab diesem Zeitpunkt kann man über Twitch direkt Geld verdienen.

Zum einen ist jetzt die Subscription Funktion freigeschaltet, die es Zuschauern*innen ermöglichen deinen Kanal für einen geringen monatlichen Geldbetrag zu abonnieren. Das bringt nicht nur dir Vorteile, sondern auch dem Subscriber, kurz Sub genannt. Mit einem Abo wird den Subs auf deinem Kanal keine Werbung mehr eingeblendet, sie bekommen ein internationales Subbage vor ihrem Namen, wenn sie etwas im Chat schreiben und es gibt die Möglichkeit einen Subonly-Chat zu aktivieren, hier können dann nur Subs schreiben. Das kann notwendig sein wenn man plötzlich viele komische Kommentare im Chat hat und das unterbinden möchte, indem man nur Leuten das Schreiben erlaubt die man „kennt“ bzw. die schon länger dabei sind. Den Subs stehen vier Möglichkeiten von Abonnements zur Verfügung. Entweder können sie, sofern sie bereits ein Ama- zon Prime Abo haben, dieses nutzen um ein Prime-Gaming-Abo zu tätigen das ist für sie vollkommen kostenlos, bringt dem Streamer aber dieselben Einnahmen eines Stufe-1 Abonnements. Für nicht Prime Kunden kostet ein Stufe-1 Abo 3,99€ im Monat. Dann gibt es noch Stufe-2 für 7,99€ und Stufe-3, für Leute die dich besonders toll finden, für 19,99€ im Monat (Preisangaben 08.2021). Von diesem Geld leitet Twitch in der Regel 50 Pozent an den Streamer weiter. Ab einer bestimmten Followerzahl, und ganz besonders wertvollem Content, ist es möglich mit Twitch um einen höheren Prozentsatz zu verhandeln. Zum Andern hast du jetzt die Möglichkeit Geld mit Werbeeinblendungen zu verdienen. Pro 1.000 Zuschauer sind das zwischen 2,00 € und 5,00 €. Es sind aber nur maximal vier Werbeblöcke pro Stunde erlaubt. Viele Streamer*innen sind aber der Meinung, Ihre treuen Zuschauer*innen, nicht auch noch mit Werbung zu belästigen und bitten sie lieber darum ein Abo in betracht zu ziehen.

Als Affiliate steht dir nun auch das Annehmen der Twitch-eigenen digitalen Währung, Bits genannt, zur Verfügung. Diese Bits können von allen Zuschauer*innen, mit einem Twitch-Account, für 7,34€ pro 500 Bits gekauft werden. Der Zuschauer kann beliebig viele Bits einsetzen um eine spezielle Nachricht zu schreiben. Dies wird „Cheering“ genannt. Für diese Cheering Nachricht gibt es spezielle Cheermotes, das sind speziell festgelegte, animierte Versionen weltweiter Emotes. Je mehr Bits die Zuschauer*innen einsetzen desto ausgefallener werden die Emotes. Ausserdem werden Streamer*innen für jeden eingesetzten Bit mit einem Cent belohnt. Das Cheering wurde erfunden um den Chat interessanter zu machen und mann könnte es als virtuelles Anfeuern des aktuellen Geschehens sehen. Auf Wunsch gibt es auch Cheering Ranglisten für die Zuschauer*innen, zum einblenden. Der Vorteil von Bits gegenüber Donations ist, dass es kein Chargeback wie über Paypal geben kann und nichts über einen Software Drittanbieter laufen muss.

Seit der Verpartnerung von Twitch und Amazon können Affiliates eine Gewinnbeteiligung von 5% für den Verkauf von Spielen oder Ingame-Objekten erhalten. Das funktioniert folgendermaßen. Wenn der Creator ein beliebiges Spiel streamt, das auf Twitch zum Kauf verfügbar ist oder für das es Ingame-Objekte gibt, so erscheint unter dem Streamfenster ein Link zum Kaufangebot. Zuschauer*innen unterstützen damit nicht nur ihren Lieblings-Streamer*in, sondern erhalten auch eine spezielle Twitch-Truhe im Wert von 4,99€ mit Ingame-Überraschungen.


TWITCH PARTNER WERDEN

Der nächste Schritt auf der Twitch Karriereleiter ist die Aufnahme in das Twitch-Partner-Programm. Hierfür braucht man mindestens 70 - 80 Zuschauer*innen pro Stream und hier geht es speziell um stabile Zuschauer*innenzahlen. Das bedeutet, dass bei jedem Stream mindestens 70 - 80 Zuschauer*innen anwesend sind. Für Streamer*innen mit schwankenden Zuschauer*innenzahlen zwischen 20 und 200 ist es eher unwahrscheinlich, dass sie aufgenommen werden. Man muss regelmäßig, mindestens dreimal pro Woche live gehen und muss sich an alle Nutzungsbedingungen, Community-Richtlinien und DMCA-Richtlinien halten. Das Erfüllen dieser Kriterien führt dann aber nicht automatisch zur Aufnahme in das Partner-Programm. Twitch sucht sich speziell die Streamer*innen aus, die Ihrer Meinung nach am besten ihre Marke repräsentieren und die aktive, teilhabende Mitglieder der Twitch-Community sind. Streamer*innen die mit Ihren Zuschauern*innen interagieren, herausragende Inhalte produzieren und sich von der Masse abheben haben laut Twitch die besten Vorraussetzungen um in das Partner-Programm aufgenommen zu werden. Wird die Bewerbung abgelehnt, was der Regelfall ist, darf man es aber jeder Zeit wieder versuchen. Eine Bewerbung lohnt sich aber auf alle Fälle da das Partner-Programm natürlich weitere Vorteile mit sich bringt. Auf der help.twitch.tv Webseite gibt es einen ganzen Bericht darüber was von einem Bewerber erwartet wird, aber auch Tips wie man diese Erwartungen erfüllen kann.


So mit diesen Punkten habt ihr erst einmal zu tun und könnt los legen. Aber nichts überstürzen, eins nach dem anderen und Übung macht den Meister ;-)


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